{"id":1810,"date":"2024-06-04T08:14:38","date_gmt":"2024-06-04T08:14:38","guid":{"rendered":"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/?p=1810"},"modified":"2024-06-04T08:14:38","modified_gmt":"2024-06-04T08:14:38","slug":"soziale-systeme-rund-um-computersysteme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/?p=1810","title":{"rendered":"(Soziale-)Systeme rund um Computersysteme"},"content":{"rendered":"\n<p>Fr\u00fcher waren es immer nur die Nerds und Freaks. Das war die Bezeichnung f\u00fcr das System Homecomputer-Begeisterte mit all den Stereotypen. Dunkle Zimmer (Spiegelungen, niedrige Bildwiederholungen waren ein Muss), vertieft in nur eine T\u00e4tigkeit (Dabei wurde gespielt, Musik gemacht, Grafiken erstellt, Texte geschrieben), Treffen mit nur &#8222;Gleichgesinnten&#8220; meist M\u00e4nnern (Anti-Technikkultur Europas), schlechte Ern\u00e4hrung (Fast Food wurde gerade auch in Europa entdeckt und war in). Kurz und Gut diese Kids waren nicht &#8222;normal&#8220; &#8211; oder anders gesagt: h\u00e4ngten zu Hause und bei Kollegen, in der Spielhalle rum, statt mit &#8222;T\u00f6ffli&#8220; beim &#8218;Dorftreff&#8216; alias Ch\u00e4serei zu sein.    <\/p>\n\n\n\n<p>Fokusiert man n\u00e4her wird dann immer klarer, dass diese Grobaufteilung nat\u00fcrlich nur ein Teil des Ganzen war, die Aussenwahrnehmung gegen\u00fcber der etablierten &#8222;Gesellschaft&#8220;. In ihrem Innern entwickelte diese Kultur durchaus wiederum Differenzen. Diese waren je nach Region ausgepr\u00e4gt oder eben nicht. Denn letztlich gab es gar nicht so viele Computerinteressierte, also musst man* wohl oder \u00fcbel zusammenleben. Aber: Es wurde fleissig differenziert: Consolen- vs Computerspieler und dann die einzelnen Computersysteme gegeneinander. Bekanntestes Beispiel ist sicherlich Amiga vs. Atari.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Der Amiga, der Atari ST, der C64, all das sind eigentlich eigene Systeme mit eigenen Kulturen. Das bezieht sich nicht nur auf eigene entstehende Zeitschriften (Happy Computer zu Atari ST Zeitschrift) sondern auch daher, dass die System mehrheitlich technisch inkompatibel waren. Und diese Inkompatibilit\u00e4t war dann auch in den Programmen und deren Formaten zu finden. Je Hardwarenaher umso besser. So gab es fast keine Austausch-Formate f\u00fcr Grafiken, Musik \u00fcber diese Systemgrenzen hinweg. In diesem Sinn war die Spielszene noch offen, da es von vielen Spielen Ports gab. Man konnte also theoretisch \u00fcber dieselben Titel reden. Das Massenmedium Game wie es damals gedieh und begann. <\/p>\n\n\n\n<p>In anderen Bereichen war das schwierig &#8211; in der Musik etwa war der Graben tief. Da gab es den Atari ST mit seinem k\u00fcmmerlichen YM-Chip und einigen Soundprogrammen mit  &#8222;richtigen&#8220; Noten. Auf der anderen Seite gab es die Mods und Tracker. Diese arbeiteten mit Samples und nutze damit die Hardware des Amigas voll aus. Der Amiga war damit auch kulturell eher ein Synthesizer. Der Atari ST wurde dann wegen seiner MIDI-Schnittstelle auch fleissig im Studiobereich genutzt, war er doch um Meilen billiger als der Mac.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den Grafikprogrammen dasselbe Lied: \u00dcbergreifend gab es gerade mal Degas Elite auf dem Atari ST. Das meistbenutzte Programm war Neochrome (eine Freeware am Ende). Sp\u00e4ter kamen Zeichenprogramme wie Spectrum hinzu mit 512 Farben &#8211; allerdings nur mit Tricks m\u00f6glich. Auf dem Amiga gab es Deluxe Paint und hier trumpfte dann nat\u00fcrlich auch der Amiga auf mit seinen 32 aus 4096 Farben oder eben einem Modi mit 4096 Farben gleichzeitig.<\/p>\n\n\n\n<p>In Sachen 3D entstanden auch diverse Programme auf den Homecomputersystemen wie Sculpt 3D. <\/p>\n\n\n\n<p>Bei den Textprogrammen schaute es hingegen umgekehrt besser aus f\u00fcr den Atari ST. Hier gab es die normalen Wordprozessoren aber auch die ersten DesktopPublishing Programme &#8211; alles frei vom Macintosh abgekupfert. <\/p>\n\n\n\n<p>Interessant werden diese zwei Systeme, wo es konkrete Schnittstellen gab also an Spielabenden oder noch direkter: In Computerclubs. Hier prallen dann die Welten konkret aufeinander, immer mit dem Versuch sich zu Differenzieren und zu erkl\u00e4ren, wer technisch besser ist. (Nachweisbar etwa im CAC Z\u00fcrich).<\/p>\n\n\n\n<p>Mehr dazu: <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Amiga_productivity_software\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Amiga_productivity_software<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>ToDo: Untersuchung dieser Subsystem und Kulturen. Das Betrachten dieser Systeme als eigenst\u00e4ndige Gebilde. Die Frage nach den Schnittstellen, \u00dcberschneidungen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fcher waren es immer nur die Nerds und Freaks. Das war die Bezeichnung f\u00fcr das System Homecomputer-Begeisterte mit all den Stereotypen. 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