{"id":5012,"date":"2025-07-09T09:03:46","date_gmt":"2025-07-09T09:03:46","guid":{"rendered":"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/?p=5012"},"modified":"2025-07-09T09:19:44","modified_gmt":"2025-07-09T09:19:44","slug":"die-scrollschrift-trifft-auf-eine-alte-designpraxis-zerstoere-alte-bekannte-iconografien-designsysteme-hier-die-schrift-und-mache-es-fremd-und-neu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/?p=5012","title":{"rendered":"Die Scrollschrift trifft auf eine alte Designpraxis: Zerst\u00f6re alte bekannte Iconografien\/Designsysteme &#8211; hier die Schrift &#8211; und mache es fremd und &#8222;neu&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1564\" height=\"292\" src=\"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Bildschirmfoto-2025-07-08-um-15.44.14.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-5014\" srcset=\"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Bildschirmfoto-2025-07-08-um-15.44.14.png 1564w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Bildschirmfoto-2025-07-08-um-15.44.14-300x56.png 300w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Bildschirmfoto-2025-07-08-um-15.44.14-768x143.png 768w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Bildschirmfoto-2025-07-08-um-15.44.14-1536x287.png 1536w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Bildschirmfoto-2025-07-08-um-15.44.14-624x117.png 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1564px) 100vw, 1564px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Durch die Designpraxis des Er\u00f6ffnens des K\u00f6rpers der Schrift (Zerst\u00f6rung der Integrit\u00e4t) wird ein schon ausgekl\u00fcgeltes und verwendetes Designsystem neu nutzbar gemacht. Es ist in einem gewissen Sinn &#8222;recycelbar&#8220; geworden. Durch die Technik entsteht ein neues Design, das zwar an ein Altes erinnert aber auch gleichzeitig wiederum fremd ist und auch damit assoziert wird. Siehe das Beispiel oben.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Technik erinnert auch stark an Kollagentechniken oder an eine bestimmte Art von Graffiti.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Eine radikale materielle Befreiung findet sich aber vor allem in den Graffiti der Neuzeit ab den 1970er Jahren. In Form von \u2018Pieces\u2019 entrissen sie die Buchstaben dem Raster und der Norm und erfanden sie neu bis zur Unleserlichkeit. Faszinierend sind die zahlreichen Parallelen zu den gezeichneten Initialen der Handschriften, die in kl\u00f6sterlichen Skriptorien im Mittelalter entstanden sind. (Suter, unpubliziert)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das wurde vorallem in den 90er Jahren auch technisch m\u00f6glich durch Grafikprogramme wie Photoshop, die Schriften als Pixel manipulierbar machten. Es war ein leichtes ausgekl\u00fcgelte Schrift-Welten zu zerst\u00f6ren. Selbstverst\u00e4dnlich konnte man \u00e4hnliche Effekte auch mit DTP-Programmen wie PageMaker\/QuarkXPress erzeugen, allerdings waren solche Effekt nur mittels Abdecken mit Ebenen m\u00f6glich. Photoshop hingegen erlaubte auch das digital physische Zerst\u00f6ren von Schriftz\u00fcgen. Siehe allgemein dazu auch <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/David_Carson_(Grafikdesigner)\">David Carson<\/a> und seine Schriftgestaltung, die auch Z\u00fcge von Zerst\u00f6rung von Schriftz\u00fcgen hatte und deswegen auch von einigen Designern* angefeindet wurde &#8211; zu recht aus ihrer Perspektive &#8211; aber die Frage ist eher: Gibt es nur diese Perspektive? <\/p>\n\n\n\n<p>Hier ein eigenes Beispiel aus der Zeit bei <a href=\"http:\/\/cyberfiction.ch\">http:\/\/cyberfiction.ch<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1358\" height=\"358\" src=\"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Bildschirmfoto-2025-07-09-um-11.10.07.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-5026\" srcset=\"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Bildschirmfoto-2025-07-09-um-11.10.07.png 1358w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Bildschirmfoto-2025-07-09-um-11.10.07-300x79.png 300w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Bildschirmfoto-2025-07-09-um-11.10.07-768x202.png 768w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Bildschirmfoto-2025-07-09-um-11.10.07-624x165.png 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1358px) 100vw, 1358px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Diese Designtechnik arbeitet damit, dass es eine Transformationsmatrix (Im Scrollingtext nur ein Cut und eine Verschiebung) gibt, die aus Bekanntem unbekannt Bekanntes macht. Die Schrift ist dabei fast noch lesbar, wenn man weiss, dass es sich um Schrift handelt (TH deutet darauf hin). Der Rest des Textes k\u00f6nnte irgendwas sein mit einem &#8222;R&#8220; darin.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1612\" height=\"308\" src=\"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Bildschirmfoto-2025-07-08-um-20.35.17.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-5015\" srcset=\"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Bildschirmfoto-2025-07-08-um-20.35.17.png 1612w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Bildschirmfoto-2025-07-08-um-20.35.17-300x57.png 300w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Bildschirmfoto-2025-07-08-um-20.35.17-768x147.png 768w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Bildschirmfoto-2025-07-08-um-20.35.17-1536x293.png 1536w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Bildschirmfoto-2025-07-08-um-20.35.17-624x119.png 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1612px) 100vw, 1612px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Vielleicht ist diese Designtechnik auch eine visuelle Puzzletechnik und damit eine Spielmechanik: Finde das Orginal, die Orginalmessage oder bei Graffitis das Orginalogo, das so verfremdet ist. Dieser Aspekt spielt zumindest bei Carson eine tragende Rolle, die Message, der Text ist zuerst immer irgendwo versteckt und trotz des Versteckten bleibt es irgendwie lesbar. Es ist also die Suche nach dem Lesbaren im Dschungel von Text. <\/p>\n\n\n\n<p>Als Scrollschrift sieht das ganze dann so aus.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-video\"><video height=\"370\" style=\"aspect-ratio: 1280 \/ 370;\" width=\"1280\" controls src=\"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Screen-2025-07-09-104046-2.mp4\"><\/video><\/figure>\n\n\n\n<p>Ist es eine Unterform von <a href=\"https:\/\/www.degruyterbrill.com\/document\/doi\/10.1515\/9783839453452-006\/html\">Mukokuseki<\/a>? Eventuell ist es auch eine andere eher paralelle Technik. Das Zerschneiden verhindert zwar auch das Erkennen der Herkunft, aber es ist so radikal, dass die Herkunft mehrheitlich verh\u00fcllt und das einzelne St\u00fcck gar keinen eigenen &#8211; ausser einem visuellen &#8211; Wert mehr hat. Es ist eher ein Hauch. Aber selbstverst\u00e4ndlich gibt es Momente, die als Mukokuseki funktionieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Anbei eine Version, die aufl\u00f6st, was man da gerade sieht bzw. sucht: den Text am linken Rand &#8211; entzaubert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-video\"><video height=\"326\" style=\"aspect-ratio: 1280 \/ 326;\" width=\"1280\" controls src=\"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Screen-2025-07-09-110728-2.mp4\"><\/video><\/figure>\n\n\n\n<p>Eine \u00e4ltere Version und &#8218;verst\u00e4ndlichere&#8216; Version findet sich hier<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-video\"><video height=\"358\" style=\"aspect-ratio: 1010 \/ 358;\" width=\"1010\" controls src=\"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Screen-2025-07-08-215141.mp4\"><\/video><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch die Designpraxis des Er\u00f6ffnens des K\u00f6rpers der Schrift (Zerst\u00f6rung der Integrit\u00e4t) wird ein schon ausgekl\u00fcgeltes und verwendetes Designsystem neu nutzbar gemacht. 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