{"id":7813,"date":"2026-01-14T10:01:50","date_gmt":"2026-01-14T10:01:50","guid":{"rendered":"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/?p=7813"},"modified":"2026-01-15T14:14:12","modified_gmt":"2026-01-15T14:14:12","slug":"experimentelle-archaeologie-das-fehlende-genre-der-shell-argument-only-games","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/?p=7813","title":{"rendered":"Experimentelle Arch\u00e4ologie: Das (fehlende) Genre der Shell-Argument-Only-Games"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1198\" height=\"586\" src=\"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-14-um-11.04.59.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-7824\" srcset=\"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-14-um-11.04.59.png 1198w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-14-um-11.04.59-300x147.png 300w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-14-um-11.04.59-768x376.png 768w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-14-um-11.04.59-624x305.png 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1198px) 100vw, 1198px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die ersten Betriebssysteme auf Grossrechnern, die sich durchgesetzt haben, waren mehrheitlich Shell-Betriebssysteme. Das heisst auf den Terminals lief (es gibt Ausnahmen wie PlatoSystems) eine Shell. Hier konnte man Befehle eingeben mit Argumenten. Es war eine Art Valenzgrammatik.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1124\" height=\"676\" src=\"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-14-um-10.14.11.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-7815\" srcset=\"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-14-um-10.14.11.png 1124w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-14-um-10.14.11-300x180.png 300w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-14-um-10.14.11-768x462.png 768w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-14-um-10.14.11-624x375.png 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1124px) 100vw, 1124px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Computer sucht dabei in einigen Verzeichnissen nach dem Befehl &#8222;banner&#8220;. Findet er dies f\u00fchrt er das Programm mit dem Argument &#8222;YES&#8220; aus. Das sieht dann so aus.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1978\" height=\"1452\" src=\"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-14-um-10.15.24.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-7816\" srcset=\"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-14-um-10.15.24.png 1978w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-14-um-10.15.24-300x220.png 300w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-14-um-10.15.24-768x564.png 768w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-14-um-10.15.24-1536x1128.png 1536w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-14-um-10.15.24-624x458.png 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1978px) 100vw, 1978px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Darauf baut letztlich die ganze erste Phase der Informatik auf. Input und Output klar getrennt. Erst danach kommen dann Abfragen f\u00fcr Input dazu und alsdann k\u00f6nnen Programme auch klassische Interaktiv sein &#8211; in den Programmen selbst. Noch viel sp\u00e4ter kommt dann (wieder mit Ausnahmen wie PLATO Systems) das direkte Abfragen von Tastaturevents dazu. Dies wird allerdings nie zu einem C-Standard. Und C ist bekanntlich die Grundlage f\u00fcr UNIX, das bis heute, das meistverwendet Betriebssystem bzw. die Grundlage f\u00fcr fast alle Main-Betriebssysteme ist. <\/p>\n\n\n\n<p>(Siehe dazu auch: Von der Turnbased-Input-Informatik (Stop&amp;Go) zur\/und Optionalen-Input-Informatik (und die Auswirkungen auf Games) [Diskussion] <a href=\"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/?p=4161\">https:\/\/research.swissdigitization.ch\/?p=4161<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Genre: Shell-Argument-Only-Input-Games<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Frage ist nun, gab es Spiele, die wie ein Befehl mit Argument funktionierte? Bis anhin konnten keine gefunden werden. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Anforderungen <\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Input: Der Input muss von aussen kommen als Argument Bsp: &gt; game input<\/li>\n\n\n\n<li>Dadurch gibt es nur zwei M\u00f6glichkeiten f\u00fcr ein Spiel: Einmal Input &#8211; Mehrmals Input <\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">EinmalInput 1x<\/h3>\n\n\n\n<p>Diese Variante scheint nur mit sehr einfachen Spielen m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Es k\u00f6nnte etwa ein M\u00fcnzenwurf sein. Man gibt als Input an: coin 1. das Programm nimmt eine Zufallszahl und vergleicht sie mit dem coin. Dieses Spiel w\u00e4re endlos. Die Frage ist, ob es sich dabei um ein interessantes Spiel handelt. <br><br>Man kann sich auch ein komplexeres Spiel wie ein Labyrinth vorstellen, bei dem man die Z\u00fcge im Voraus eingibt und schaut, wie weit man kommt etwa in einem Labyrinth. &gt; labyrinth Uri<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00f6glich w\u00e4re auch eine Art Strategiespiel.  Man gibt ein, was man so einsetzen will f\u00fcr das unbekannte Schlachtfeld. Nat\u00fcrlich ist das alles sehr wenig unterhaltsam (aus einer heutigen Gameperspektive), wenn man gar nicht weiss, welchem Szenario man gegen\u00fcber steht. <\/p>\n\n\n\n<p>Das Ganze w\u00e4re damit eine Art Autobattler als Genre. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">ZweimalInput 2x<\/h3>\n\n\n\n<p>Eine andere M\u00f6glichkeit w\u00e4re hier, dass man das Programm mindestens zweimal startet. Das erste Mal ohne Input man sieht den einen m\u00f6glichen Level. Dann startet man dasselbe Programm nochmals mit den Parametern. Und dann ist es schon ein recht interessantes Setting.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein \u00e4hnliches Konzept k\u00f6nnte man hier schon sehen bei Oregon Trail, bei dem auch am Anfang der M\u00f6glichkeitsraum erschlossen wird: Man kauft im Laden Dinge, die man auf dem Weg nutzen konnte. <br>Mehr zu OregonTrail hier auf Wikipedia: <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/The_Oregon_Trail_(series)\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/The_Oregon_Trail_(series)<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">MultiInput 2+x<\/h3>\n\n\n\n<p>Das 2mal Inputspiel (ohne Speichern von irgendwelchen Daten als Dateien) l\u00e4sst sich nat\u00fcrlich auch \u00f6ffnen. Es ist egal wie oft man das Spiel aufruft mit Parametern. Es geht einfach darum ein bestimmtes Ziel zu l\u00f6sen. <\/p>\n\n\n\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich verliert hier das Spiel die Kontrolle \u00fcber die Anzahl der Versuche. Man k\u00f6nnte auch argumentieren, dass das auch normale Spiele tun, da man ja einfach neu anfangen kann. Das Gewissen &#8222;um wie gut der Spieler*&#8220; ist, liegt hier also beim Spielenden* und nicht beim Spiel. Und klar ist, je gr\u00f6sser das Spiel umso unwahrscheinlicher der Trick mit dem neu anfangen. Vielleicht sind Computerspiele auch deswegen bem\u00fcht, ein so langes Spiel wie m\u00f6glich zu erm\u00f6glichen. Das Commitment steigt mit der L\u00e4nge, im Spiel zu bleiben und das &#8222;Erarbeitete&#8220; weiter zu ziehen. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Genre<\/h2>\n\n\n\n<p>Sicherlich ist diese Art des Spiels nicht besonders interessant, sobald es Stop&amp;Go Games gibt wie mit Input\/Returns wie bei MUDs (Basic) oder dann direkt &#8222;kontrolliert&#8220; Games per Tastatur. Insofern fallen diese Computerspiele ab. Dennoch w\u00e4ren solche Spiele auch interessant, weil sie auf den ersten MainframeRechnern gespielt h\u00e4tten werden k\u00f6nnen, selbst auf Teletypes\/Druckern! <\/p>\n\n\n\n<p>Leider gibt es keine Artefakte dazu, denn: Viele Experimente der Anfangszeit der Mainframes wurden nicht dokumentiert oder sogar extra &#8222;gel\u00f6scht&#8220;, weil man Grossrechner nicht f\u00fcr so etwas missbrauchen sollte. Wenn man sich allerdings all die Software anschaut auf Plato Systems (heute noch spielbar) wird schon klar: Die Leute haben viel ausprobiert. Es ist also unwahrscheinlich, dass es diese Software nicht gab. Ein weiterer Hint sind die 101 BASIC Games. Hier gibt es viele Programme, die einfach auch irgendetwas einmal machen, etwa ein zuf\u00e4lliges Labyrinth genieren etc. Das die Leute dann auf Papier l\u00f6sen. Siehe dazu auch <a href=\"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/?p=4761\">BASIC 101 1973 \u2013 Papier oft ausgedruckt &amp; dann Displayspiele<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Elearning-Format?<\/h3>\n\n\n\n<p>Vielleicht m\u00fcsste man diese &#8222;Spiele&#8220; auch eher im Elearning jener Zeit finden f\u00fcr Simulationen. Wo die Studierenden eine Fall kriegten und dann schauen konnten, was kam raus als Resultat mit ihren selbsterrechneten Parametern. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Aktuelle Ideen<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zureich Oregon Trail<\/h3>\n\n\n\n<p>Eine narrative Herangehensweise. Zuerst gibt man an, was man mitnehmen m\u00f6chte. Der Rest des Spiel passiert dann automatisch. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1626\" height=\"1672\" src=\"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-14-um-10.57.21.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-7820\" srcset=\"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-14-um-10.57.21.png 1626w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-14-um-10.57.21-292x300.png 292w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-14-um-10.57.21-768x790.png 768w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-14-um-10.57.21-1494x1536.png 1494w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-14-um-10.57.21-624x642.png 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1626px) 100vw, 1626px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.and-or.ch\/zureichoregontrail\">https:\/\/www.and-or.ch\/zureichoregontrail<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Gamekonzept liesse sich nat\u00fcrlich auch einfach per Argumente realisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>&gt; zureich apfel orange tasse<\/p>\n\n\n\n<p>Und das Spiel g\u00e4be die Antwort als Geschichte. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">ShellDungeon (In Entwicklung)<\/h3>\n\n\n\n<p>Eine andere M\u00f6glichkeit ist n\u00e4her an das Genre der Dungeon&amp;Dragons heran zu gehen und ganz konkret die Eingaben als Parameter zu machen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1002\" height=\"1008\" src=\"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-13-um-16.16.32.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-7822\" srcset=\"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-13-um-16.16.32.png 1002w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-13-um-16.16.32-298x300.png 298w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-13-um-16.16.32-150x150.png 150w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-13-um-16.16.32-768x773.png 768w, https:\/\/research.swissdigitization.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-13-um-16.16.32-624x628.png 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1002px) 100vw, 1002px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Hier erweitert sich einfach die Eingabe mit jedem Move. Und die Antwort kommt aus dem Programm.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-researchblog-swissdigitization-latest-findings-and-outcomes wp-block-embed-researchblog-swissdigitization-latest-findings-and-outcomes\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"RzugeVn6J0\"><a href=\"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/?p=7826\">ShellDungeon &#8211; Stateless Dungeon Game for a shell (CLI) &#8211; Add Commands to play in the programs argument<\/a><\/blockquote><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8222;ShellDungeon &#8211; Stateless Dungeon Game for a shell (CLI) &#8211; Add Commands to play in the programs argument&#8220; &#8211; ResearchBlog Swissdigitization - Latest findings and outcomes.\" src=\"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/?p=7826&#038;embed=true#?secret=VI1E4jj67K#?secret=RzugeVn6J0\" data-secret=\"RzugeVn6J0\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die ersten Betriebssysteme auf Grossrechnern, die sich durchgesetzt haben, waren mehrheitlich Shell-Betriebssysteme. 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