Die härteste Antwort, weil gnadenloseste: Weil es neben einer kohärenten Fiktion (Unterhaltung) ein Produkt, ein Brand ist!
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Ein „Vorwort“ von „Game Of Thrones“ (Fantasy und Computer) [Kurznotiz]
Für Stephen Boucher,
Wunderwirker in Windows, Drache des DOS,
ohne den dieses Buch mit Bleistift
geschrieben worden wäre …Das Lied von Eis und Feuer: Die dunkle Königin (Game of Throne) George R.R. Martin. blanvalet. 3. Seite.
Die Verbindung von Fantasy und Computer und -spielen sollte nicht unterschätzt werden. Die heutigen Computer funktionieren nach basalsten Regeln. Man hat ihnen versucht ‚Realität‘ beizubringen und dennoch sind sie – wie die Spiele auch – einfach geblieben. Genau so simpel, wie die meiste Fantasyliteratur – einfache Regeln, ein bisschen Verfremdung, einige Regeln erweitert, ein Biss=chen Magie und Drachen, aber der Rest entlehnt, vereinfacht. Fantasy als Brille gerade auf Computergames und Computer erhellt das „Wesen“ von Games bis tief in ihre Spielmechaniken, weil sie nie etwas anderes waren in ihrer Mehrheit als Fantasy: Atomare Holocaust Biedermeierwelten in den 80er+ Jahren.
Die Scrollschrift trifft auf eine alte Designpraxis: Zerstöre alte bekannte Iconografien/Designsysteme – hier die Schrift – und mache es fremd und „neu“

Durch die Designpraxis des Eröffnens des Körpers der Schrift (Zerstörung der Integrität) wird ein schon ausgeklügeltes und verwendetes Designsystem neu nutzbar gemacht. Es ist in einem gewissen Sinn „recycelbar“ geworden. Durch die Technik entsteht ein neues Design, das zwar an ein Altes erinnert aber auch gleichzeitig wiederum fremd ist und auch damit assoziert wird. Siehe das Beispiel oben.
Diese Technik erinnert auch stark an Kollagentechniken oder an eine bestimmte Art von Graffiti.
WeiterlesenEine radikale materielle Befreiung findet sich aber vor allem in den Graffiti der Neuzeit ab den 1970er Jahren. In Form von ‘Pieces’ entrissen sie die Buchstaben dem Raster und der Norm und erfanden sie neu bis zur Unleserlichkeit. Faszinierend sind die zahlreichen Parallelen zu den gezeichneten Initialen der Handschriften, die in klösterlichen Skriptorien im Mittelalter entstanden sind. (Suter, unpubliziert)
Scrollschriften – nicht nur Deformation sondern auch Dekonstruktion/Zersetzung der Fonts
Es ist eine gute Frage, warum die Scrollschriften der 80er Jahre die Umrisse der Fonts in Ruhe zu lassen und nicht etwa auch die Schrift an und für sich demontiert haben. Hier ein bisschen moderne experimentelle Archäologie. Schriftexperiment auf den Spuren der Graffitis und auch der Arbeiten von Imp89 in Photoshop, aber hier selbstverständlich in Motion. Alles in p5js. Der erste Eindruck: Management der Cuts und das konkrete Zerschneiden der Buchstaben ist nicht ganz so einfach wie erwartet. Auch interessante Eindrücke sind in Stils simple zu erreichen, beweg und dynamisch viel schwieriger. Das zeigt etwa das Beispiel vom A unten. Sobald das ganze wieder lesbar ist, erkennt man dann nur die A als verzerrter, zerstörter Buchstabe und nicht mehr als etwas ganz eigenes. Insofern zerstört die Animation schon sehr die grafische Neuinterpretation. Aber das sind nur erste Experimente.

Flash & JavaApplets – die Idee von einer Zukunft jenseits von Plattformen [Erfahrungsbericht Zukunft 1996+]
Html war von Anfang an eine Plattform jenseits der darunterliegenden Hardware. Darum hatte es sich auch unter anderem durchgesetzt. Es war das neue Graphic User (Maus) – Frontend des Internets.
Und so war es auch in Sachen Web und Games, als die Flash und Java aufkam. Es war in einem gewissen Sinn die Zukunft. Diese hatte sich schon mit Tools wie dem schwerfälligen Director angekündigt. Man musste sich hier wie da nicht mehr um Hardware kümmern, keine Programme mehr für das eine oder andere sondern für beide. Die Virtual Maschine war nun da. Allerdings war Director und Flash teuer. JavaApplets hingegen war eine allgemeine Sprache, perfekt gemacht für die, die aus dem Dev-Segment kamen. Aber selbst mit der – dem Web hinzugefügten – Programmiersprache wie Javascript liessen sich erste Spiele machen wie etwa ein eigenes Tetris durch das Austauschen von Bildern.
Leider war die Zukunft damals dann anders als das, was daraus wurde – wie so oft.
Sound8bit: H. Gehrmann [Notiz]
Ein Interview mit Holger Gehrmann rund um 8bit-C64 sound.
https://remix64.com/interviews/interview-holger-gehrmann.html
Interessant dabei: Unabhängigkeit von Melodie und Ausführung und manche schreiben ihr eigenes Musikformat und nutzen es über Platformen hinaus!
Tim(o) Kleinert (CH) – Ein Interview 2011 – Code & Music
Ein interessantes Interview mit Tim(o) Kleinert von Modern Arts (MDA)
https://www.c64.com/scene_display_interview.php?interview=240
Einige ausgewählte interessante Ausschnitte:
Weiterlesen70/80er Jahre – Wie entwickelt man einen interaktiven GameVisualStil mit wenigen Pixeln, wenn es keine Vorbilder gibt? [Frage]
Das gute dabei, man konnte diesen Stil entwickeln in die Zukunft hinein. Man konnte also eine ganz neue Welt kreieren.
// Vgl. Dragon Quest / Japan. Mukokuseki / Comic
PlotterBasedGames: Ideen II
Golf
Richtung, Schlagkraft per CursorPen. Flugbahn per CursorUp und dann auf dem Rasen gezeichnet.
Strategiespiel mit Wachstum
Ein Spiel, das auf Wachstum basiert und Wachstum stoppen. Es wäre damit ideal für ein addivtes Display
MissileCommand
Interessante Möglichkeiten. Cursor Schuss – dann abwechslungsweise die sich verlängernden Linien / einfliegenden Raketen.
Top-Down-Flugspiel mit Gegnern
Pen-DownCursor von oben nach unten. Im Spielfeld gibt es Gegner, die sich in Richtung Spieler bewegen. Immer, wenn der Cursor unten ist. Quasi natürlich turn basiert.
CrackIntros und Demos – Wo ist der Stil geblieben? [Kurznotiz]

// Wie bei hunderten von CrackIntros oder Demos: Die Art der Grafiken passt überhaupt nicht und das ganze ist auch keine Provokation. Oben ‚Gesprayed? Dann fast schon gerenderte Disketten und dann eine weitere nicht passende Scrollschrift. Und dann noch irgendwie ein Sternenhimmel, eine Musikanalyse – ein blauer Balken, wo die Scrollschrift sich spiegelt und darauf bounced. Und danach noch 3 drehende riesige Wizballs und dahinter ein Scrolltext mit einer Comicfigur. Mehr „Collage“ geht kaum.
Kurz und gut. Dies ist nur eine von vielen Demos, ein Pars pro Toto: Einem grossen Teil der CrackIntros und Demos (am Anfang aber auch später oft) fehlte der Stil und das auf mehreren Ebenen:
Kein zusammenhängender innerer Stil
Die Dinge passen visuell einfach oft nicht zueinander. Es fehlt an einem gemeinsamen Stil. Meist scheint gerade bei Anfängen alles einfach irgendwie zusammenkopiert. Oft stehen Effekte und das Zeigen oft das technischen Könnens über dem visuellen Stil. Zudem scheinen die Grafiker noch nicht auf der Höhe ihrer digitalen Zeit gewesen zu sein.
Kein Stil gegenüber anderen Stilen in der Kultur
Meist nur Scene bezogen, keine Schnittstellen zu anderen Kulturteilen wie Design oder Kunst. Am Ehesten noch zur Musik über die Synthesizernutzung.