Free-/Shareware-Publishing: „SWISS MAC FREE / SHAREWARE LIST“, Ralph Schwegler, LinkListe, WWW, 1996+ oder die kommentierte LinkListenkulturen, Yahoo, SoftwarePortale und AltaVista

Die grösste Liste aller Listen: Yahoo

Oft ist es schwierig, überhaupt herauszufinden, was sind Games mit Schweizer*-Beteiligung. Interessant sind deswegen auch Sammlungen von Schweizer Games etwa die von Ralph Schwegler auf seiner Webseite „SWISS MAC FREE / SHAREWARE LIST“ 1996+, noch heute zu finden auf webarchive:
https://web.archive.org/web/20020126111140/http://www-students.unisg.ch/~rschwegl/swissmacshareware.html

(Kuratierte) Link-Listen

Dabei handelt es sich um eine Liste. Listen waren damals gebräuchlich. Jemand machte sich die Mühe Listen zu bestimmten Themen zusammenzustellen. Quasi als Lesetipps – als persönliche Notes. Die Leser* vertrauten in dem Fall auf den „Kurator*“ der Liste. Diese Listen waren oft klassisch manueller Hypertext – das heisst, persönlich zusammengestellte manuelle Listen also keine Datenbanken (meist Endung .html).

Interaktive/manuelle Listenkultur in MaillingListen, Newsgroups, BBS und FTP

Viele Medien wie Newsgroups, Maillinglisten, BBS und auch FTP wurden benutzt, um Software zu sammeln und den Leuten zur Verfügung zu stellen vor 1993. Jedes dieser Medien hatte seine Vor- und Nachteile.

Manuelle interaktive Listen – Newsgroups/Maillinglisten

Die einen Medien waren eher interaktiv gedacht wie Newsgroups und Maillinglisten. Hier stellten Leute fragen und posteten dann Infos. Das Ganze war dann/oder ist dann meist ein selber zusammenstellen (über mehrere Posts) des Indexes, da es diesen nicht gibt. Dies kennt man noch heute aus diversen Foren.

Info-Mac (Mailling-List, Newsgroup)

Selbstverständlich fliessen auch in diese Liste von Schwegler ältere und parallel genutzte Newsmedien ein. Eine davon ist Info-Mac.

Bei R. Schwegler scheint diese auch zu nutzen, denn es heisst in den „Updates“:

Due to Info-Mac reorganisation, a few applications have been removed (they are marked with a ? in front of the flag). Please send me any missing link.

Mehr zu Info-Mac findet siehe im Wikipedia-Eintrag: https://en.wikipedia.org/wiki/Info-Mac. Info-Mac entstand in den 80er Jahren und hatte zwei Teile.

the Info-Mac Archive, a user-submitted collection of nearly all contemporary freeware and shareware available for the Macintosh, and the Info-Mac Digest, an electronic mailing list open to public participation.[3] Both the Info-Mac Archive and Info-Mac Digest were operated by volunteers.[4]
// https://en.wikipedia.org/wiki/Info-Mac

Filesystemlisten als Basis: BBS, FTP

Die zweiten Kanäle orientierten sich eher an Filesystemen und hier werden Listen automatisch generiert, da Dateisysteme in der Regel Baumartig organisiert sind. Der Nachteil hier bei Systemen wie BBSen (meist privat) und FTP (eher universitär). Es gibt nur die Namen mit Zusatzinfos, aber keine Beschreibungen. Aus diesen Gründen entstanden dann sehr schnell Zusammenfassende Infos als Text-Dateien oder Beschreibungen für jedes File. Das Ganze erforderte viel interaktive Arbeit und wenig Übersicht.

Was allen gemeinsam war, es handelte sich meist um Filesysteme, die nicht gut zugänglich waren.

Dies alles zeigt, wie seit Anbeginn der Softwareproduktion immer auch Free/Shareware entwickelt wurde und es Sharewarekanäle gab (Software von Entwicklern* für alle ohne Zugangsbeschränkungen – sie waren rein digital existent), die digital gesammelt und unterhalten wurden jenseits von klassisch verkaufter Software in Schachteln.

Aminet 1991+

Diesen Trend lässt sich recht gut nachzeichnen an AMINET 1992 von Armin Müller (CH). Dies ist ein Projekt zum Sammeln von Amiga-Software. Mehr dazu hier: https://en.wikipedia.org/wiki/Aminet Es geht damit von der BBS bis zu FTP und dann ins WWW.

Dabei wird auch hier – wie das sonst privatwirtschaftlich genutzt wird – eine CD-ROM vertrieben.

 Soon the archive became mirrored worldwide and in 1995 started being distributed on monthly CD-ROMs.[7] By using a single master site (then wuarchive.wustl.edu) for creating ftp scripts for each slave site, Aminet reduced to a bare minimum the effort to set up new mirror sites.[8]
https://en.wikipedia.org/wiki/Aminet

Am Ende steht auch hier dann eine WWW-Linkliste.

Listenkultur, WWW, 1993+

Viele Projekte ziehen so ihre Archive weiter ins WorldWideWeb und nutzen damit, dass das WWW eigentlich eine Mischung aus Files (FTP) und HTML als interpretierte Darstellung ist. Andere Listen entstehen aber auch ganz neu.

uteas mac archive, 1994+

Die Kultur der Listen beginnt wie oben gesehen schon im FTP-Zeitalter. Hier entstehen ganze Indexe mit Software. Oft werden diese Listen auch von Universitäten geführt, um Software für Mitarbeiter* und Studierende bereitzuhalten. Ein Beispiel wäre etwa die folgende Liste der University of Texas.

Sie wird – wie es scheint von einem Universitätangehörigen in den Telekommunikationservices – maintained. Dabei sind selbstverständlich auch viele Dinge dabei, die ganz konkret im Alltag gebraucht werden von Antiviren, über Apple-Talk-Netzwerke bis zu Internet Software. Es ist etwas, was ein moderenes Rechenzentrum anbot und sicher auch darauf verwies.

Der WWW Service erweitert den bestehenden „FTP Counterpart“ oder enhanced ihn zumindest (falls die Filestruktur auch die Infos enthielt, die den WWW Ouput genieren).

Einen Hint zu den technischen Perfomance-Voraussetzungen gibt folgende Notiz.

NOTE: The pages that follow make use of a lot of small graphic elements. If your network connection is slow, or if you simply want the best possible performance, turn off the „Auto-Load Images“ option in your WWW client.

Wie sah so ein Liste aus?

Der konkrete Eintrag zu Diamonds

YAHOO, WWW, Linklisten, 1994+ („Manueller“ Index)

Dies wurde natürlich auch kommerzialisiert betrieben – etwa bei YAHOO, das 1994 im Netz begann – das wuchernde Netz zu kuratieren (siehe dazu Wikipedia https://en.wikipedia.org/wiki/Yahoo) oder die wichtigsten Sachen zusammenzuziehen.

https://web.archive.org/web/19961227141334/http://www7.yahoo.com

Eine konkrete Liste bei Yahoo sah damals so aus:

http://www.yahoo.com/Entertainment/Movies_and_Films/Interactive_Games/

Konkret war also die YAHOO die Datenbank/Index von ihren kommentierten Webseiten. Darin konnte man natürlich auch suchen.

SoftwareDatenbanken wie MacUpdate.com 1996+

Sehr schnell entstanden auch Datenbank-basierte Webseiten für Software wie macupate.com. Hier konnte Software unter anderem auch Games hochgeladen werden mit Beschreibung. Mehr zu MacUpdate.com findet sich auf Wikipedia: https://en.wikipedia.org/wiki/MacUpdate

Einen Einblick zu MacUpdate 1998 im Folgenden:

https://web.archive.org/web/19981212015433/http://macupdate.com

Dies hatte den Vorteil, dass es ein Weltweites System war, aber auch einen entscheidenden Nachteil: Es wurden immer nur die Updates im Feed angezeigt, wollte man also hier Präsenz haben, musste man immer wieder Updates rausbringen. Das ist das Gegenteil von dem was einige Entwickler* wollen.

Suchmaschinen – AltaVista 1995+

Erst sehr viel später entstanden die ersten Volltext-Suchmaschinen fürs Internet. Bekanntestes Beispiel ist sicherlich AltaVista.

Hier konnte nun im Volltext gesucht werden. Allerdings wäre es hier schwierig gewesen Software zu finden, etwa schweizerische Free- und Shareware.

https://en.wikipedia.org/wiki/AltaVista

(Kuratierte) WWW-Link-Listen

WWW-Listen wie Ralph Schweglers gingen über eine Liste von Files hinaus. Sie verfügen wie oben sichtbar über mehr Informationen und waren simple und aber einfach erreichbar und die Proudkte schnell downgeloadet. Ebenso war der Contact zum Entwickler* immer auch einen Click-weit entfernt.

Visuell

Kategorien

  1. Icon
  2. Name
  3. Version/Date
  4. Beschreibung
  5. Contact zum Autor
  6. Free oder Preis
  7. Downloadmöglichkeit

Und sie hatten ein Thema. Ralph Schwegler beschreibt das so:

Welcome to the Swiss Mac freeware and shareware list. This unique list is the most complete collection of programs made by Swiss people or in Switzerland. Try them and enjoy them!

Dabei ist klar, er zeigt Shareware von „Schweizer*n“. Etwas was geradezu atypisch ist für das Netz (weltweit, an alle gerichtet) oder aber auch sehr typisch in jenen Jahren, in denen viele ihre sehr persönliche „HomePage“ ins Netz stellten. Das WWW war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 3 Jahre alt!

Analyse „SWISS MAC FREE / SHAREWARE LIST“

Mehr bald dazu hier: https://research.swissdigitization.ch/?p=7627

Fazit

Ralph Schweglers Liste (Student an der HSG) war eine Liste, deren Informationen man sonst schwer bekommen konnte und sie generierte natürlich auch eine eigene Community: Die Schweizer Mac Entwickler* und die waren auf einer Seite zu finden, er scheint auch viele direkt kontaktiert zu haben. Und sie sind findbar bis heute, während alle anderen heute schwer findbar sind, gerade aus dieser frühen WWW-Zeit.

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