
Auch die Demoscene hat viele Probleme. Ein Problem der Demoscene allerdings sticht hervor: Die Demos möchten mehrheitlich ’schön‘ sein. Die Demo oben verkörpert einen Gegenentwurf dazu, auch wenn sie selbst aus wenigen Elementen zusammengsetzt ist.
Das Schöne und Regelhafte
Und vermutlich ist „schön“ das falsche Wort: Sie möchten einen Stil haben. Denn über Stil lässt sich bekanntlich nicht streiten. Ein Stil ist eben mehr als nur Zufallsdesign, es ist eine Setzung, es ist gestaltet. Ein Stil, das ist meist ein visuelles Design, das visuellen Regeln folgt und diese durchsetzt. Dadurch wird es zum (Design-)System. Dadurch erscheint das Design nicht willkürlich. Es erscheint dagegen lesbar. Und ja durchdesignte Dinge können trotzdem langweilig wirken, gerade wenn die visuellen Regeln bekannt bzw. verbraucht sind. Aber selbst dann: Es sind noch Regeln, die man mögen kann oder eben nicht. Man akzeptiert den visuellen Magic Circle oder eben nicht – aber es bleibt doch einer. Ihm seine Designheit abzusprechen geht allerdings nicht. In diesem Sinn sind kohärente visuelle Welten ’schön‘ – egal wie „hässlich“ sie sind, denn sie sind grundsätzlich ‚regelbasiert‘. Sie sind kein Chaos – sie sind aufgeräumt. Bis hin zu den Tools, die anzeigen, wo der Abstand im Design derselbe ist (Parallelität, Hilfslinien). Selbstverständlich kann man auch überdesigned unterwegs sein. Dann wenn alles sich nur an Designregeln orientiert und kein Interpretationsspielraum mehr übrig ist. Und auch die Challenge, die Regeln zu finden, wird dabei unterlaufen, weil die Regeln so oberflächlich sind.
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